Bioökonomie
Die Bioökonomie ist ein neuartiges Konzept zur Nutzung natürlicher Ressourcen, das international an Bedeutung gewinnt. Europaweit erwirtschaften in den Branchen der Bioökonomie 22 Millionen Beschäftigte rund 1,7 Billionen Euro Jahresumsatz. In Deutschland sind es zwei Millionen Menschen, die zu einer Wertschöpfung von rund 300 Milliarden Euro beitragen.
Warum Bioökonomie?
Alle großen Herausforderungen der Gegenwart haben eine globale Dimension. Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Wassermangel, Hunger, aber auch Gesundheitsfragen bzw. ungerechte Ressourcenverteilung: Sie lassen sich nur durch gemeinsame internationale Anstrengungen in den Griff bekommen. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise verdeutlicht, dass der globale Wandel konkrete Auswirkungen bis in regionale und lokale Strukturen in Deutschland hinein hat. Ländliche Ordnungen sind längst keine autarken Gebilde mehr, die abseits globaler Prozesse funktionieren. Die Megatrends finden vor unserer Haustür statt. Der maßvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen bildet deshalb eine Herausforderung nicht nur internationaler, sondern auch regionaler und lokaler Politik.
Was ist Bioökonomie?
Die Bioökonomie umfasst genau jene Themenfelder, die im englischen Sprachgebrauch als Food, Feed, Fibre, and Fuel bezeichnet werden. Der im europäischen Forschungsraum verwendete Begriff der „wissensbasierten Bioökonomie“ („knowledge-based bio-economy“, KBBE) umfasst dabei alle industriellen und wirtschaftlichen Sektoren und ihre dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) produzieren, ver- und bearbeiten oder in irgendeiner Form nutzen. Dazu gehören die Land- und Forstwirtschaft, die Nahrungsmittelindustrie, die Fischerei, die Aqua-Kulturen, aber auch Teile der Chemie-, Pharmazie-, Kosmetik- und Textilindustrie sowie die Energieerzeugung. Der BioÖkonomieRat hat sich damit hinsichtlich der Definition des Begriffes „Bioökonomie“ der Europäischen Kommission angeschlossen.
Bioökonomie ist vielfältig
Die Vielfältigkeit des Spektrums von Themen reicht hierbei von der Neubewertung bestehender und neuartiger Landnutzungssysteme, Bearbeitungs- und Erntetechnologien, optimierten Formen der Züchtung, der Entwicklung von Pflanzen mit neuartigen Eigenschaften, Anwendung neuer Technologien zur Armutsminderung, maßgeschneiderten Nahrungsmitteln, biologisch abbaubaren Kunststoffen, verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Gentechnik in der industriellen Entwicklung und Produktion, der Akzeptanz und Übernahme neuer Produkte und Technologien, biologisch basierten Kraftstoffen bis hin zu neuartigen Technologien der Bioraffinerie. Viele dieser Themen leisten einen relevanten Beitrag zum effizienten und nachhaltigen Umgang mit biotischen und abiotischen Ressourcen.

