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Bioökonomie: Agrarforschung in Deutschland stärken!

Experten empfehlen bessere Abstimmung der Forschungsförderung und Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen

Berlin, 10. Juli 2009
. Der Forschungs- und Technologierat Bioökonomie (BioÖkonomieRat) hat der Bundesregierung empfohlen, die Forschungsförderung im Bereich Bioökonomie neu zu ordnen. In dem an die Staats­sekretäre Cornelia Quennet-Thielen (BMBF) und Gert Lindemann (BMELV) übergebenen Empfehlungen heißt es, nur durch eine stärkere Zusammenfassung der Forschungsaktivitäten ließe sich der Beitrag Deutschlands zu Klimaschutz, Welternährung und Energieversorgung auf absehbare Zeit steigern. Gerade die Agrarforschung würde hierdurch einen neuen Akzent erhalten und bedürfe daher dringend einer Intensivierung der Förderung. Dies betonte der Ratsvorsitzende Prof. Dr. Rein­hard F. Hüttl, Vorstandssprecher des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam und Präsident von acatech – Deutsche Akademie der Technikwis­senschaften.

Im Mittelpunkt der Empfehlungen stehen Vorschläge zur Neu­ordnung der Forschungsförderung sowie Anreizsysteme für private Investitionen. Der Rat spricht sich dafür aus, eine Forschungsförderung „aus einem Guss“ anzustreben, um den effizienteren Umgang mit den Fördermitteln zu gewährleisten. Zudem sei eine Erhöhung der Projektförderung notwendig. Schon mittelfristig sei davon auszugehen, dass sich durch eine Stärkung der Forschungsförderung auch positive Absatz- und Beschäftigungseffekte einstellen werden, heißt es in dem Papier.

Angesichts der hohen Bedeutung der Bioökonomie etwa für die Nahrungsmittelpro­duktion und Energiebereitstellung appellieren die Experten an die Politik, den Forschungs- und Technologiebereich Bioökonomie insgesamt zu stärken. Die Räte sprechen sich für die Etablierung integrativer Strukturen in der Forschung in Deutschland aus. Diese seien bislang zu stark an traditionellen Fächergrenzen ausgerichtet, so die Experten aus Wissenschaft und Industrie. Dazu seien disziplin- und institutionsübergreifende Konzepte zu entwickeln. Zudem müssten die zersplitterten Forschungsstrukturen hin zu über­regionalen Zentren ausgebaut werden.

Der Rat verweist darauf, dass die Bioökonomie, zu der neben Land- und Forstwirt­schaft auch der Fischfang sowie Teile der Chemie-, Pharmazie-, Kosmetik-, Papier- und Textilindustrie zählen, bereits heute einen herausragenden Wirtschaftszweig in Deutschland und der Europäischen Union darstelle. In Zukunft werde dieser im glo­balen Maßstab weiter an Bedeutung gewinnen. Europaweit erwirtschafte diese Branche derzeit rund 1,7 Billionen Euro Jahresumsatz mit 22 Millionen Beschäftigten. In Deutschland seien es zwei Millionen Menschen, die jährlich zu einer Wertschöp­fung von rund 300 Milliarden Euro beitrügen. „Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen ist dies Anlass genug, warum sich Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gerade jetzt dem Thema Bioökonomie widmen müssen“, so der stellv. Rats­vorsitzende Dr. Dr. h. c. Andreas J. Büchting.

Neben der Bildung strategischer Partnerschaften mit dem Ausland und der Verbes­serung der Nachwuchsausbildung sieht der Rat einen weiteren Schwerpunkt in der Schaffung verlässlicher rechtlicher Rahmenbedingungen etwa im Bereich der Grünen Gentechnik. „Hierin liegt die Grundvoraussetzung, um die Chancen Deutschlands im internationalen Wettbewerb besser erschließen zu können“, sagte der zweite stellv. Ratsvorsitzende Prof. Dr. Bernd Müller-Röber von der Universität Pots­dam. Der BioÖkonomieRat spricht sich deshalb dafür aus, Rechtssicherheit von der Forschung bis zur Zulassung und Vermarktung einschließlich transparenter Verbraucherinforma­tionen zu schaffen. Damit soll die verantwortungsbewusste Weiterentwicklung neuer Technologien befördert werden.

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Kontakt:

BioÖkonomieRat
Dr. Kathrin Happe
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Mauerstraße 79, Haus E
10117 Berlin

Tel.:    +49 (0)30 2063096-95
Fax:    +49 (0)30 2063096-92
E-Mail: happe@biooekonomierat.de

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