Berlin, 16. April 2012. Wie muss sich Deutschland im Rahmen der internationalen Strategien zur Bioökonomie platzieren? Welche Bioinformatik-Infrastruktur benötigt die deutsche Forschung, um eine effiziente Nutzung biologischer Ressourcen zu gewährleisten? Wie können öffentliche und private Forschung besser miteinander vernetzt werden, um die rasche wirtschaftliche Umsetzung von Forschungsergebnissen zu ermöglichen? Mit diesen zentralen Themen der Bioökonomie befassen sich drei aktuelle Publikationen aus der Reihe „Empfehlungen“, die am 16. April im Rahmen eines Abendempfangs an Staatssekretär Schütte (BMBF) und Staatssekretär Kloos (BMELV) übergeben wurden.
Berlin, 20. Januar 2012. Der Ausbau der Bioenergie im Zuge der Energiewende sollte sich nach Einschätzung des BioÖkonomieRats der Bundesregierung stärker an Kriterien der Wirtschaftlichkeit orientieren und der Ernährungssicherung Priorität einräumen. „Noch höhere Importe von Agrarrohstoffen für die Bioenergiegewinnung dürfen nicht dazu führen, dass der Welthunger weiter zunimmt. Die Ernährungssicherung muss Vorrang vor dem Ausbau der Bioenergie haben“, sagte der Vorsitzende des BioÖkonomieRats Reinhard F. Hüttl heute bei der Vorstellung von Empfehlungen zur Bioenergie anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin.
Es war Ziel der Veranstaltung, im Dialog der Experten entlang der Nahrungskette von der agrarischen Produktion über die Be- und Verarbeitung der Lebensmittel, dem Konsumverhalten und Verbrauchererwartungen bis zur Gesundheit und Welternährungslage prioritäre Forschungsthemen zu identifizieren, die sich unter dem Leitbild der Bioökonomie stellen. Inwieweit Deutschland für diese Herausforderungen der Zukunft in seinen bestehenden Forschungs- und Handlungsstrukturen adäquat aufgestellt ist wurde ebenso evaluiert und in Empfehlungen zur Entwicklung einer vitalen Forschungslandschaft übersetzt.
Der BioÖkonomieRat hat in seinem 2010 veröffentlichten Gutachten „Innovation Bioökonomie“ den Bereich der Bioinformatik als ein wesentliches Handlungsfeld identifiziert, das für eine zukünftige effiziente Nutzung biologischer Ressourcen gestärkt und weiter ausgebaut werden sollte. Um zu gezielten Empfehlungen für die Förderung des Entwicklungsprozesses der Bioinformatik zu gelangen, brachte der BioÖkonomieRat die wesentlichen Akteure auf dem Feld der deutschen Bioinformatik in einem Workshop zusammen. In der Veranstaltung am 20. und 21. Oktober 2011 in Berlin wurde die Rolle der Bioinformatik in dem Zukunftsfeld Bioökonomie beleuchtet und an einer Empfehlung zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur gearbeitet.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim von Braun
(Zentrum für Entwicklungsforschung, Bonn) wurde am 19.09.2011 ein Workshop mit
dem Thema „Internationale Aspekte der deutschen Bioökonomie-Forschung“ durchgeführt.
Gezielte Forschung im Spannungsfeld zwischen Bodenschutz und -nutzung nötig
Bodenschutz allein ist für eine nachhaltige Boden- und
Landnutzung hierzulande und auch in anderen Teilen der Welt zu kurz
gegriffen. Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie
Klimawandel und Ernährungssicherung erfordern wesentlich breiter
aufgestellte Lösungsansätze. Zu diesem Schluss kamen acatech Experten
sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Politik bei der Konferenz "Boden- und Landmanagementforschung im Kontext
nationaler und globaler Herausforderungen" am 8. September in Berlin.
Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Ressourcenverknappung stellen
Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in den kommenden Jahrzehnten national wie
auch international vor große Herausforderungen. Schlüssel für die gemeinsame
Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben ist das Konzept der Bioökonomie zur
nachhaltigen Nutzung biologischer Ressourcen. Um die Potenziale, Aufgaben und Lösungsansätze
der Bioökonomie auf EU-Ebene zu diskutieren, hat der BioÖkonomieRat in
Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung am 14. Juni
2011 einen Parlamentarischen Abend in Brüssel ausgerichtet.
Am 15. und 16. Dezember 2010 fand das zweite BMBF Fachforum mit dem Thema "Pflanzenforschung, Ernährung, Gesundheit" in Berlin statt. Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit diskutieren interdisziplinäre Konzepte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft.
Wenige Wochen vor der Veröffentlichung der Forschungsstrategie der
Bundesregierung zur Bioökonomie hat der BioÖkonomieRat sein Gutachten an
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) übergeben. Darin
werden die Steigerung der Biomasse-Ertragsmengen und effizientere
Produktionsverfahren im Nahrungsmittel- und Energiebereich betont.
Pflanzenforschung ist zur Hochtechnologie geworden. Denn
Pflanzen sind universelle, vor allem aber nachwachsende Rohstoffe der Zukunft.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lud am 10. und 11. Februar 2010
zum ersten Fachforum “Pflanzenforschung, Klima, Nachhaltigkeit“ nach Berlin.
Der
Bedarf an Biomasse und damit auch an Bodenflächen für unterschiedliche Nutzungszwecke
steigt, während gleichzeitig wertvoller Ackerboden verloren geht. In
unterschiedlichen Politikbereichen werden Ziele mit Auswirkungen auf die
Flächennutzung formuliert, die nicht aufeinander abgestimmt sind oder nicht
entsprechend umgesetzt werden. Die Arbeitsgruppe Boden des BioÖkonomieRats hat
zu dieser Thematik einen Workshop veranstaltet.