Von Braun wirbt für umfassende Definition der Bioökonomie

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24.04.2015 -

Auf den Deutschen Biotechnologietagen hat der Vorsitzende des Bioökonomierates Prof. Joachim von Braun für eine möglichst umfassende Definition der Bioökonomie geworben. So gehöre auch die medizinische Biotechnologie zur Bioökonomie, sagte von Braun vor rund 800 Branchenvertretern am 22. April 2015 in Köln.

Im vergangenen Jahrzehnt hätten sich die Voraussetzungen für den Ausbau der Bioökonomie erheblich verändert. Als vor acht Jahren unter deutscher Ratspräsidentschaft das Cologne-Paper „En Route to the Knowledge-Based Bio-Economy“ veröffentlicht wurde, seien die Erwartungen vor allem durch das vermeintliche Ende des Ölzeitalters und einen entsprechenden Preisanstieg geprägt gewesen. Angesichts der mittelfristigen Verfügbarkeit und der gesunkenen Preise für fossile Ressourcen stünden heute Innovation und Nachhaltigkeit stärker im Fokus als die bloße Substitution fossiler Ressourcen. Gerade die Pharmaindustrie habe gezeigt, wie biologische Veränderungen einen Wirtschaftsbereich transformieren könnten. Therapeutische Proteine wie etwa Antikörper hätten neue Innovations- und Kooperationsmodelle hervorgebracht, wie sie für die Bioökonomie auch in anderen Branchen exemplarisch sein könnten. In Europa und Deutschland gehöre die medizinische Biotechnologie lediglich im Hinblick auf die Produktion zur Bioökonomie. Weite Bereiche blieben ausgeblendet – im Gegensatz zu Ländern wie den USA, Kanada, China oder Indien, die auch die medizinische Forschung und Therapien selbstverständlich in die Bioökonomie einbezögen. Die deutsche Position gelte es daher zu überdenken.

(Im Bild von links: Joachim von Braun, Bioökonomierat; Monika Lessl, Bayer AG; Bernward Garthoff, BIO.NRW; Svenja Schulze, Wissenschaftsministerin NRW; Peter Heinrich, BIO Deutschland; Peer Schatz, Qiagen NV; Viola Bronsema, BIO Deutschland)

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